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Wie das Leben auf die Erde kam

November 7th, 2009

Charnia spun aus der Ediacara-Fauna: Ein Vorfahre der Seefeder? (Wikipedia, CC-BY)

Charnia spun aus der Ediacara-Fauna: Ein Vorfahre der Seefeder? (Wikipedia, CC-BY)

Eigentlich müsste man die Frage den Paläontologen stellen, aber die können nur im Fossilbericht nachlesen, was dort einmal hineingeschrieben wurde. Bei allen Arten, die vor der kambrischen Explosion vor 540 Millionen Jahren lebten, wird es besonders schwierig, denn sie besaßen keine Skelette. Davor war das Getier vor allem weich und glibberig und verwesten lange bevor sie im Sediment archiviert werden konnten. Nichtsdestotrotz war es durchaus divers entwickelt, wie ein seltener Fund mit Weichteilerhaltung aus dem Präkambrium zeigt: die Ediacara-Fauna. Aber das ist (leider) eine große Ausnahme.

Noch schlechter sieht es mit Mikroorganismen aus. Die ersten fossilisierten Lebewesen sind Algenmatten (Stromatolithen) aus Westaustralien, wobei es hier schon anfängt knifflig zu werden. Denn manche Forscher sagen, solche  Wechselschichtungen können auch anorganisch entstanden sein.

Wie und wo sich nun die ersten Einzeller zusammengerottet haben, lässt sich heute von keinem seriösen Geologen mehr feststellen. Gesteinsdatierungen aus jener Zeit sind auf nur hunderte Millionen Jahre genau, so dass sich wohl bei keinem Fund jemals der Beweis führen ließe: Ja, das waren die ersten auf der Welt. Schade eigentlich.

Deswegen ist es viel interessanter zu schauen, was die Exobiologen so treiben.  Die konnten gerade zeigen, dass Nukleinbasen unter völlig lebensfeindlichen Bedingungen im All entstehen könnten. Die spannendere Frage ist vielleicht also gar nicht, wann das Leben auf der Erde entstand, sondern wo das Baumaterial hierher gelangte und wie es entstand.

Update: Schön finde ich die Pressefotos der NASA zu genanntem Experiment, das sieht doch perfekt nach Hollywood aus. Drei neugierige Wissenschaftler blicken gebannt auf ihr laufendes Experiment. Just like reality.

Drei Forscher blicken gebannt auf ihr Experiment (Dominic Hart/NASA)

Drei Forscher blicken gebannt auf ihr Experiment (Dominic Hart/NASA)